Люлка на старата и новата българска писменост

акад. Емил Георгиев

 

Emil Georgiev

 

Die Wiege des alten und neuen bulgarischen Schrifttums

(statt Resümee)

 

Der große sowjetische Gelehrte, der Slawist Prof. A. M. Selischtschev hat Mazedonien „die Wiege des alten und des neuen bulgarischen Schrifttums” genannt. Diese Bestimmung ist richtig und genau. Sie muß aber mit entsprechenden unbestrittenen und zahlreichen Fakten bestätigt und bewiesen werden, inwieweit sie eine große Wahrheit zu rechtfertigen sucht: daß es der gegebenen Benennung würdig ist, muß dieses Land mit einer munteren, tatkräftigen bulgarischen Bevölkerung besiedelt werden, die in der Lage gewesen wäre, die bulgarische Volkstümlichkeit und Nationalkultur zu schaffen, und die schöpferisch am ganzen kulturellen Leben des bulgarischen Volkes teilgehabt haben würde.

 

Die vorliegende Arbeit ist dieser Wahrheit gewidmet. Der Autor muß einstehen, daß seine Aufgabe nicht besonders schwer gewesen ist. Sie ist nicht schwer gewesen, da die Fakten, die sie lösen, wahrhaftig sehr zahlreich sind und dabei keinen tiefgreifenderen Kommentar brauchen. Diese sprudeln fast aus jeder Seite der alten und neuen Literatur, die treue Söhne des Volkes in den wichtigsten Momenten seines historischen Lebens geschaffen haben. Man stößt auch oft in den Arbeiten anderer großer slawischen Gelehrten und Schriftsteller auf sie.

 

Der ausländische Leser, der sich mit ihnen bekannt macht, wäre vielleicht über deren Vielfalt verwundert, doch ohne Zweifel würde er fragen: „Aber warum mußte ausgerechnet Mazedonien die Wiege des alten und neuen bulgarischen Schrifttums’ werden?” Und auf diese Frage zu antworten, ist nicht schwer. Das altbulgarische Schrifttum mußte in, Mazedonien geboren werden, da die Bucht von Saloniki, die nach Mazedonien hineinreicht, das Tor für die Kultur des christlichen Mittelalters war. Und folgerichtig entfalteten sich

 

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von hier aus die Schöpfer des aitbulgarischen Schrifttums — Konstantin-Kyrill Philosoph, Methodius, Kliment Ochridski. Es befand sich nahe der Bucht von Saloniki, zu der sich der Handel der Neuen Zeit orientierte, und auf dem Weg nach Wien und anderen Handels- und kulturellen Zentren. So mußte Mazedonien die „Wiege” werden und auch der Bulgarischen Wiedergeburt, der Schöpfer des neuen bulgarischen Schrifttums — Christophor Shevarowitsch, Paisij Hilendarski, Joachim Kirtschovski, Kirill Pejtschinowitsch, Neophith Rilski, die Brüder Miladinovi usw. Damit das Schrifttum in Mazedonien „altbulgarisch” und „neubulgarisch” wurde, mußte es von Bulgaren geschaffen werden, die Bevölkerung des mazedonischen Bodens mußte bulgarisch gewesen sein.

 

Als Schlußfolgerung muß bemerkt werden:

 

Wenn das Resümee die Resultate der Arbeit zeigen soll, können wir im gegebenen Fall sie mit de  Gebirgen in Mazedonien vergleichen: hoch, unzerstörbar! Wer könnte es wagen, sie nicht zu sehen und sie zu zerstören? Und kann man diesen gelehrt nennen, der sie nicht sieht und versucht, sie zu zerstören? Handelt es sich um einen gewöhnlichen Leser, der sieht die Gebirge gut und versucht nicht, sie zu zerstören.

 

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